Im Allgemeinbewusstsein fungierte £ód¼ jahrelang als die Stadt der Fabriken und des grauen Alltags. Nur wenige wussten die Attribute der Architektur, Landschaft und Kultur dieser Stadt zu schätzen. Das ungewöhnliche Erbe des heutigen £ód¼ ist die Folge seiner unbanalen multikulturellen Geschichte. Viele Jahrzehnte lang beeinflussten sich hier gegenseitig vier Kulturen: die polnische, deutsche, jüdische und russische. Heutzutage können wir materielle Spuren ihrer Existenz bestaunen, die Touristen aus aller Welt nach £ód¼ anlocken. Nach ein paar Tagen, die man hier verbringt, prägen sich die ungewöhnliche Atmosphäre der Stadt und ihr Charakter so tief ins Gedächtnis ein, dass man immer wieder hierher kommen möchte.
Zu den touristischen Attraktionen der Stadt gehören die europaweit einzigartigen Industrie-Wohn-Komplexe. Zwei von ihnen befinden sich auf dem Gebiet des sog. „Ksiê¿y M³yn" und wurden vom Fabrikanten Karol Wilchelm Scheibler aufgebaut. Ein anderer liegt in der Stadtmitte und gehörte einst dem erfolgreichen Industriellen - Izrael Kalmanowicz Poznañski. Beim Schlendern durch die Stadt stößt man häufig auf Beispiele der Industriearchitektur aus dem XIX. Jahrhundert, dank denen £ód¼ häufig als das „Polnische Manchester" bezeichnet wird. An die Vergangenheit des „Versprochenen Landes" erinnern schön renovierte Mietshäuser, Villen und Paläste, an denen jedes präzise ausgearbeitete Detail begeistert. Mit seiner Schönheit besticht auch der Poznañski-Palast - das Symbol der Stadt, in dem sich heutzutage das Museum für Stadtgeschichte befindet. Sehenswert sind auch andere von diesem Fabrikanten aufgebaute Paläste. In einem von ihnen befindet sich heute der Sitz der Musikakademie und in einem anderen das Kunstgeschichtemuseum, in dem man die älteste polnische Kollektion der modernen Kunst bestaunen kann.
An die multikulturelle Vergangenheit der Stadt erinnern zahlreiche historische Sakralbauten und Nekropolen, wie zum Beispiel der europaweit größte jüdische Friedhof und der Alte Friedhof (katholisch, evangelisch und prawoslawisch), auf denen große Lodzer bestattet wurden. Visitenkarte der Stadt ist die in ihrem Herzen liegende Piotrkowska-Strasse - der längste Handelstrakt in Europa. Rund um die Uhr und Tag für Tag ist dieser Ort voller Menschen. Tagsüber lockt das Angebot der Geschäfte der bekannten Bekleidungs- und Schuhmarken hierher, abends sind es Pubs, Klubs, Diskos und Restaurants, von denen es in der Piotrkowska-Strasse selbst und in ihrer direkten Umgebung über 100 gibt. In der Sommersaison wirken die bunten Sommergärten vor den Restaurants und Cafes sehr einladend. Man kann auch die ganze „Pietryna" mit einer Rikscha oder einer „Retro-Strassenbahn" durchfahren. Hier finden auch die für die Stadt wichtigsten Veranstaltungen statt: zahlreiche Feste, Jahrmarks, künstlerische Happenings und Sportwettbewerbe. |