Die ersten Juden ließen sich Ende des 18. Jahrhunderts in Lodz nieder und ihre Zahl stieg mit dem industriellen Wachstum stetig an. Angelockt durch die Chancen im "versprochenen Land" kamen sie aus dem ganzen Königreich Polen und Europa. Unter ihnen waren hervorstechende Persönlichkeiten, die auf Dauer das kulturelle, gesellschaftliche und politische Geschehen der Stadt verändert haben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Lodz, nach Warschau, die meisten jüdischen Einwohnern, die 1/3 der Gesamteinwohnerzahl der Stadt ausmachten.
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stellte sich für 231 tausend in Lodz lebender Juden als Tragödie unvorstellbaren Maßes heraus. Ein Großteil von ihnen wurde in das im Februar 1940 von den nationalsozialistischen Besatzern geschaffene Litzmannstadt-Ghetto gesteckt. In Folge der Vernichtungspolitik wurden 150 tsd. lodzer Juden und 20 tsd. Zwangsumgesiedelte aus anderen Teilen Europas in den Konzentrations- und Vernichtungslagern Auschwitz und Sobibor ermordet. Mit ihren Tod starb auch die Hoffnung auf eine Rückkehr einer der einst größten Lodz-mitbegründenden Kulturen. Gegenwärtig zählt die Stadt ca. 300 Einwohner jüdischen Glaubens. |