Zu den ältesten lodzer Denkmälern zählten unzweifelhaft die Bildstöcke. Sie hatten jedoch reinen Kultcharakter. Doch gleich hinter der Stadtgrenze, in den Chojnach, stand seit dem 17. Jhd. eine Säule, gestiftet von Jan Mulinowicz, einem Waisen, der dort von einem Krakauer Ehepaar aufgenommen wurde. Es ist wert darüber nachzudenken, dieses Monument, welches im letzten Krieg zerstört wurde, wieder aufzubauen.
In Zeiten der Annexionen baute man in Lodz keine monumentale Denkmäler. Die Industriestadt, mit all ihren Fabriken und Häusern, brauchte einfach keine und es bestand auch keine Möglichkeit einer offiziellen Ehrung einer besonderen Persönlichkeit aus der polnischen Geschichte. Diese Gestalten tauchten eher auf Hausfassaden oder Toren auf. Das waren sporadische, private Manifeste des Patriotismus. So finden wir Kosciuszko, Gutenberg, Diirer aber auch Napoleon und seine Frau Jozefine auf lodzer Häusern. Man bedenke auch die Fräsken und Skulpturen an Palästen und Häusern, wie denen der Heinz oder Poznanskis, die an die industrielle und von Arbeit geprägte Stadtgeschichte erinnern. Eine unglaublich orginelle Dekoration gab man der Varikoff Tierklinik in der Kopernik Straße. An der Fassade ist ein Hengst abgebildet, besungen durch J. Tuwim.
Nach der Rückgewinnung der Unabhängigkeit 1918 erschienen Statuen und Gedenktafeln, die an Persönlichkeiten und Fakten der Stadtgeschichte erinnerten. So entstanden Gedenkstätten für T. Kosciuszko, S. Moniuszek und Säulen für die Erschossenen. Man baute sie auf Plätzen oder in Parks. Was verblüffent ist, bedachte man dabei keinen der Großindustriellen, die der Stadt im 19. Jhd. zum Aufstieg verhalfen. Man schuff jedoch ein Denkmal des Arbeiters, welches jedoch während der deutschen Besatzung zerstört wurde. In der Zeit nach 1945 wurden einige Denkmäler rekonstruiert und manche neue kamen hinzu. Ein Teil war verbunden mit den tragischen Ereignissen des Krieges. Es entstanden auch ideologische Werke, die die revolutionäre und prolätariatische Tradition der Stadt unterstreichen sollten. So ist es kein Wunder, dass mancher dieser nach 1990 verschwanden. In den Nachkriegsjahren erinnerte man sich jedoch ebenso an Menschen, die unzweifelhaft mit Lodz in Verbindung gebracht werden wie S. Staszica, W. Reymont, L. Schiller oder J. Tuwim.
In der letzten Zeit kam es zu weiteren Projekten. Dazu zählen die Skulptur von Marschall J. Pilsudski, aber auch die Mojzesz Figur im Altstadtpark - zur Erinnerung an die jüdische Vergangenheit der Stadt. Das Denkmal des Priesters I. Skorupki kehrte an seine ursprüngliche Stelle zurück, eines Kämpfers des polnisch-bolschewischen Krieges 1920. Im Stadtbild erscheint neues, das an die Vergangenheit erinnert - die Bank des Julian Tuwim, die Truhe von Wladyslaw Reymont oder auch das Denkmal, das drei Fabrikarbeiter darstellt. Vielleicht kommt also auch noch die Zeit der wichtigsten Fabrikanten. Sollte es nicht auch ein Denkmal für Weber oder die Dampfmaschine geben? |