Julius Kindermann Haus Piotrkowska Str. 137, £ód¼ Das sich mit edlen Details und einer prächtigen Mosaik auszeichnende Haus galt lange als ein Haus ohne gewisse Zuschreibung. Erst neuliche Forschungen von K. Stefañski ließen mit großer Wahrscheinlichkeit den Urheber des 1907 realisierten Entwurfs feststellen. Das war der Wiener Karl Seidl der eine interessante an die mittelmeerartige Abart der Neurenaissance anknüpfende Kreation geschaffen hat. Das in der Werbungsvignette der Firma Kindermann angebrachte Hausbild scheint darauf zu zeigen, daß man ursprünglich geplant hat, die Residenz nach Norden auszubauen und daß der Erker in der Fassade die Symmetrieachse der breiten Fassade zu betonen hatte. Eine vortreffliche Ergänzung der abgetönten Fassade ist die Mosaik, die Baumwollernte, -Verkauf und -Transport darstellt. An dem nicht gebauten Gebäudeteil sollte sich wahrscheinlich die "Lodzer" Fortsetzung befinden, vielleicht die Darstellung eines Produktionszyklus. Die Mosaik wurde von der A.Salviatti-Werkstatt ausgeführt. Bemerkenswert ist, daß die Venediger Firma mehrere Aufträge in Lodz hatte - u.a. verzierte sie die Gewölbeschale des Poznañski-Grabmals auf dem jüdischen Friedhof. Die vortrefflich verzierten Innenräume der städtischen Residenz der Kindermanns besetzt jetzt der Polnische Lehrer Verband. Die informations Quelle: "Die Bunte Stadt" |