Heinzel Palast Piotrkowska Str. 104, 90-004 £ód¼ Die Piotrkowskastraße versammelt in ihrem fast fünf Kilometer langen Lauf die Bauwerke, die die Entwicklung Lodzer Architektur von ihren Anfängen im 19.Jh. bis zur Gegenwart illustrieren. Unter den schon heute wenigen Weberhäusern, vielen Palästen, Kontoren und Wohnhäusern befinden sich hervorragende Beispiele der Residenzarchitektur, dazu wird die ehemalige Heinzels-Residenz an der Piotrkowskastraße 104 gezählt, die heute das Stadtamt von £ód¼ bewohnt. Eine die vervielfachte Breite eines Webergrundstücks umfassende weite Fassade überschattet die hinten liegenden Gebäude der ehemaligen Fabrik von 1866, die später in Magistratsbüros umgestaltet wurden. Wir sollen nicht vergessen, daß die Lokalisierung der Industrieobjekte am Haupttrakt von £ód¼ - hier Webereien und Wollefärbereien - in den Zeiten der spontanen Stadtentwicklung nichts Besonders war. Der Schöpfer des großen Vermögens und Palastbesitzer war Julius Heinzel (1843-1895), der Sohn eines aus Niederschlesien gekommenen Webermeisters. Dieser Industrielle kam in wenigen Jahrzehnten der zweiten Hälfte des 19Jh. zum großen Vermögen. Die Krönung seiner Karriere war der Kauf des Guts Hohenfels in Thüringen und damit auch des Barontitels. Die Residenz wurde 1882 vom Baumeister Otto Gehlig wahrscheinlich nach dem Entwurf von Hilary Majewski errichtet. Der Wohnsitz bestand aus drei Gliedern - aus dem mittleren Teil - der richtigen Residenz - und aus den auf seinen beiden Seiten symmetrisch gebauten Zwillingshofhäusern. Ursprünglich waren sie von den mit reichen geschmiedeten Gittern versehenen Toreinfahrten getrennt. Gegen Ende der Zwischenkriegszeit wurden die Tore zugebaut und die Frontfassade bekam das bis heute aufbewahrte Aussehen. Ihre Schönheit kann man besonders nach der letzten Renovierung würdigen, als der Palast die neue Koloristik bekommen hat. An der Gebäudeachse befindet sich eine allegorische Darstellung der Industrie und des Handels in Form einer Skulpturgruppe über dem Krönungsgesims. Ähnliche Motive wurden an den tiefer liegenden Füllungen angebracht. Die informations Quelle: "Die Bunte Stadt" |