Über viele Jahre galt £ód¼ in der öffentlichen Meinung als Stadt der Fabriken und des grauen Alltags. Nur wenige sahen die architektonischen Besonderheiten, Natur und Kultur.
Das materielle Erbe der Stadt ist der Nachlaß des vielkulturellen und untrivialen Vergangenheit. Hier vermischten sich die Kulturen über Jahrzehnte: Polen, Juden, Deutsche und Russen. Heute können wir ihre Bauten auf dem "gelobten Land" bestaunen, die der Stadt einen einzigartigen Charakter verleihen.
Man findet landesweit ebenso kein zweites Mal solche Industrie-Residenzen. Zwei von ihnen befinden sich auf dem Gelände des sog. "Ksiê¿y M³yn" und wurden im Auftrag von dem Industriellen Karol Wilhelm Scheibler erbaut. Eine weitere liegt im Stadtzentrum und gehörte dem konkurrierendem Fabrikanten Izrael Kalmanowicz Poznañski - heute Sitz des Kultur- und Vergnügungszentrums "Manufaktura". Das Anwesen bestand aus Fabrikgebäuden, Arbeiterwohnhäusern und dem Wohnsitz des Eigentümers. Wenn man £ód¼ als das "Manchester Polens" bezeichnet, so geschieht das nicht nur aufgrund der noch erhaltenen Industriearchitektur aus dem 19. Jahrhundert.
Mit dem finanziellen Aufstieg der Unternehmenspioniere wurden auch ihre ansehnlichen Residenzen geschaffen. In £ód¼ befinden sich ca. 200 Villen und Paläste. Für Touristen gehört es zum Pflichtprogramm den Poznañski-Palast, heute Sitz des Museums für Stadtgeschichte (Ogrodowa Straße 15/17), sich anzuschauen. Sehenswert sind auch die Paläste seiner Söhne. In diesen Gebäuden befinden sich aktuell die Musikakademie (Gdañska Straße 32) und das Kunstmuseum (Wiêckowski Straße 36), in dem man Polens älteste Sammlung moderner Kunst bestaunen kann. Die Staatliche Hochschule für Film, Fernsehen und Theater ist im ehemaligen Palast des Oskar Kohns untergebracht. Dagegen hat die Städtische Kunstgalerie die schönste Jugendstil-Villa zu ihren Sitz gemacht, früher im Besitz von Leopold Kindermann (Wiêckowski Straße 31/33).
Erinnert man sich an die vielkulturelle Vergangenheit der Stadt führt kein Weg an den sakralen Denkmälern vorbei. Die damals große jüdische Gemeinde ließ vier prachtvolle Synagogen erbauen, die jedoch während des Zweiten Weltkrieges unwiderbringlich zerstört wurden. Ein Zeuge dieser tragischen Ereignisse ist eine kleinere in einem Innenhof versteckte Synagoge an der Straße der Revolution von 1905 (Nr 28). Die dem Hl. Aleksander Newski geweihte Kirche (Kiliñski Straße 54) oder das evangelische Gotteshaus des Hl. Mateusz (Piotrkowska Straße 283), die dank der hervorragenden Akustik Schauplatz vieler Konzerte ist, laden ebenso zum Besuch ein. Dort in der Nähe liegt die Hl. Stanis³aw Kostka Archikathedrale (Platz der Archikathedrale), mit dem in diesem Stadtteil dominierenden 100 Meter hohem Turm.
In £ód¼ befindet sich auch europas größte jüdische Ruhestätte (Bracka Straße). Der erste Friedhof dieser Glaubensgemeinschaft lag an der "Fröhlichen Straße", wie sie im allgemeinen Sprachgebrauch genannt wurde, der aber bis Heute nicht überdauert hat. Der Neue Friedhof entstand 1892. Heute umfaßt er eine Fläche von 41 ha mit 180 000 Gräbern und 65 000 Macews. Dort ruhen unter anderen lodzer Industrielle wie: Poznanskis, Silbersteins, Prussaks, Stillers, Jarocins und die Familien von Julian Tuwim und Artur Rubinstein. Ausserdem liegen dort die Opfer des Litzmannstadt-Ghettos begraben.
Der katholische, evangelische und orthodoxe Alte Friedhof entstand 1855 - 1858. Man begrub dort verdiente Personen aus Medizin, Kunst und Bildung sowie große Fabrikanten: Biedermann, Grohmann, Geyer, Kindermann. Dort finden Sie auch das Grab der Familie Scheibler, eine Kapelle.
Bei einem Lodzaufenthalt darf auch nicht der Besuch des in Polen einzigartigen Zentralen Museums der Weberei und des Museums für Kinematografie. Interessantes findet man ebenso im Museum für Archeologie und Ethnografie und dem Museum zur Erinnerung an die Unabhängigkeit samt der Abteilung in Radogoszcz, welches auf dem Gelände des ehemaligen Lagers der Nationalsozialisten.
Innerhalb der Stadtgrenzen befinden sich 33 Parks von denen 11 im Dankmal-Register eingetragen sind. Unweit des Zentrums liegt der mit 300 ha größte - der sog. "Park na Zdrowiu". Dort schuff man 1930 Polens erste städtische Naturpark - "Polesie Konstantynowskie". Besuchen Sie auch den Botanischen Garten, der über 3 500 verschiedene Pflanzen beinhaltet.
£agiewniki - Europas größter städtischer Wald. Zu ihm zählen über 1 200 ha Fläche. Auf dessen Gelände finden Sie ein barrockes Franziskanerkloster und die ältesten Denkmäler der Stadt. Zwei hölzerne Kapellen aus dem Jahre 1676 und 1703. Im Zentrum wurde ein Naturreservoir geschaffen und im Ganzen gehört der Wald natürlich zum Lodzer Landschaftspark. Anlegende Teiche gehören zu den populärsten Erholungsplätzen der Lodzer. Sonnenbad-Liebhaber können es sich am kleinen Strand bequem machen und Anhänger der aktiven Erholung können auf einem kajak, Boot oder Wasserfahrrad loslegen. |